Irene Pätzug und Valentin Hertweck

Mittwoch, 5. Dezember 20 Uhr 

Marzahner Promenade 40, 12679 Berlin



 
Auszug aus der Rede zur Ausstellungseröffnung „Doppelrolle, Raum als Akteur und Kulisse“, DA-Kunsthaus Kloster Gravenhorst, 2012

Valentin Hertweck und Irene Pätzug sprechen ganz bewusst vom Raum als Bühne und Kulisse, so wird in ihrer Arbeit die Modellfunktion von Theater für Raumkonzepte deutlich. Ein weiterer künstlerischer Gedankengang impliziert, dass sich ein Wandel bzw. eine Veränderung des Raumkonzepts von einem Raum, der durch codierte Zeichen (Fenster, Dachbalken, Treppe) als bestimmte Lokalität identifizierbar ist, hin zu einem performativen Raum, zu einem Erfahrungs- und Erlebnisraum vollzieht.

Letztlich sind die Werke von Valentin Hertweck und Irene Pätzug gebaute und konstruierte Gedankenspiele. Und in diesem Spiel nehmen wir Betrachtenden eine wichtige, eine aktive Rolle ein. 
(...)
Irene Pätzug und Valentin Hertweck arbeiten mit einem Raumbegriff, der das Dazwischen, das Konstellative und die Übergänge mit einbezieht. Raum wird so zu einem „Zwischenraum“, der das Offene und Mögliche, das Situationistische und Gestische, das körperlich Erfahrbare und das aktive Erleben der künstlerischen Geste, der künstlerischen Intervention betont.


Sabine Laidig


in den Räumen von dr.julius|ap

Mittwoch, 06. Juni  um 20 Uhr

Leberstraße 60, 10829 Berlin




Pressetext:
CHROMA versammelt in den Räumen von dr. julius | ap eine systematisch durchgearbeitete Reihe von Arbeiten in gleicher Größe, die sich dem Phänomen der Farbe und ihres Klangs auf grundlegende Art und Weise nähern. Augenscheinlichste und charakteristischste Merkmale sind dabei die extreme Reduktion der Mittel auf wenige Farbpigmente und die geringfügige Variation der Rhythmen ihrer Streifen und Raster. So erzeugt sie feinste Nuancen von Lichträumen, die sich dem genauen Betrachten eröffnen – und nur im Original ihre volle Wirkung entfalten. Denn trotz aller technischen Möglichkeiten ist keine Reproduktion in der Lage, den vollen Umfang des Zusammenspiels von Farbauftrag, Bildrhythmus und Lichtwirkung ihrer Arbeiten einzufangen.

Begleitend zu der Werkgruppe auf MDF gemalter Arbeiten werden Sabine Laidigs vorausgehende Zeichnungen zu sehen sein, in denen sie den Bildraum und die Rhythmen der einzelnen Raster untersuchte. Auch in ihnen ist es die auf wenige wesentliche Elemente zurückgeführte Klarheit des konstruierten Bildraumes, die dem Betrachter das Erkennen von feinsten Variationen ermöglicht.

Sämtliche Arbeiten der Ausstellung sind speziell für die Räume von dr. julius | ap gefertigt worden, aus deren geometrischen Verhältnissen Sabine Laidig sowohl deren Anzahl als auch den Rhythmus der Hängung entwickelt hat.


Homepage Sabine Laidig



Maik Teriete

Mittwoch, 02. Mai um 20 Uhr

Möckernstrasse 68, 10965 Berlin 



 o. T. 
 50 x 150 cm
  Floatglas, Faden
2011

 
"Mit reduzierten Mitteln, z. B. einem Baumwollfaden auf einer Glasscheibe, und mit größter formaler Präzision arbeitet Maik Teriete an seinem Werk. Sorgfältig werden die Fäden um die durchscheinende Trägerplatte gewickelt und bilden somit eine Struktur – fast so wie Linien auf einem Blatt Papier. Doch durch die Materialität des Fadens und durch die durchscheinende Qualität des Glases entsteht eine diaphane Plastizität. Durch Verdichtung oder Abstand dieser „plastischen Striche“ bilden sich Schattierungen von Grau bis Schwarz. Die auf der Rückseite des Glases sichtbaren Fäden stellen dabei eine parallele Ebene von Linien dar, die sich durch die Stärke der Glasplatte variieren lässt. Durch das Übereinanderschichten von zwei oder sogar drei mit Fäden umwickelten Glasplatten wird die Wirkung der behandelten Vorderseite, einer durchscheinenden Mitte (da, wo die Glasplatten aufeinander liegen) und eines Hintergrunds als ein Spiel von Leichtigkeit und Schwere gesteigert.
Durch Licht wird die Wirkung noch erhöht und lässt an Op-Art denken, obwohl der Künstler ganz unbeeinflusst von ihr ist und mit dem Baumwollfaden als künstlerischem Mittel eine fast haptisch zu nennende Komponente einbringt, die den Op-Art-Künstlern ganz fremd war. Doch auch bei Teriete entstehen irritierende optische Effekte. Die Fläche scheint in Bewegung zu sein und trotz des strengen, fast asketischen Grundcharakters der Arbeiten entwickeln sie ein faszinierendes eigenes Leben.
Die Wandarbeiten stehen als eigene Werkgruppen in engem Zusammenhang mit Terietes Raumskulpturen und Installationen. In unserer von visuellen Eindrücken überfrachteten Umwelt zwingen sie den Betrachter zur Konzentration und irritieren gleichzeitig durch eine körperlich spürbare Wirkung. In ihrem seriellen Charakter rühren sie an den Kern künstlerischer Erfahrung von Raum und Zeit."

Hans Gerhard Hannesen


Homepage Maik Teriete


www.maikteriete.de