Sinta Werner

Mittwoch, 12. April, 20:30 Uhr

Kamekestr. 11, 13409 Berlin

 


Die optische Abkürzung
Dachlatten, Sperrholz, Furnier, LED-Streifen, Plexiglas, Farbe
Ausstellungsansicht:
'Die optische Abkürzung',
o.T./Raum für aktuelle Kunst,
Luzern (CH), 2013


In meinen Installationen wird der vorgefundene Raum an sich zum Ausstellungsgegenstand. Anhand von Spiegelungen, Verdoppelungen und Verschiebungen architektonischer Elemente werden die festen Koordinaten des Gebäudes aufgelöst; der Raum erscheint gespalten und fragmentiert. Meine Arbeit befindet sich an der Schnittstelle zwischen Zwei- und Dreidimensionalität, zwischen Bild, Skulptur und Architektur. 


So wird z.B. durch den Einsatz eines imaginären Spiegels, durch das in den Raum übertragene Prinzip der Collage oder durch bühnenbildartige, perspektivisch verkürzte Einbauten der Eindruck von Flächigkeit im Raum erzeugt. Dem Betrachter wird ein zunächst in sich stimmiges Bildgefüge vorgeführt, welches beim Verlassen des Betrachterstandpunktes in sich zusammenfällt. 



Text: Sinta Werner




Maik Teriete

Mittwoch, 01. März, 20:30 Uhr

berlin-weekly, Linienstr. 160




Anschein
410 x 290 x 330 cm
Foamboard, Nylonfaden
2017


Die Installation „Anschein“ ist eine Skulptur ohne ein Inneres. Es handelt sich hier nicht um ein Volumen, das durch eine Oberfläche abgeschlossen wird. Die Installation ist sowohl ein Zusammenhang gestalteter Formen, als auch das Gebilde, das diese mit dem umgebenden Raum bildet. Dieser Raum ist nicht von der Skulptur zu trennen.  Die Formen nehmen ihn auf, greifen in ihn ein und definieren ihn neu. Die endgültige Form muss erst gefunden werden in einem stetigen Prozess aus Zufügen und Wegnehmen. Es geht um die richtige Balance zwischen konkret und abstrakt, zwischen zu viel und zu wenig, zwischen geordnet und chaotisch. Ähnlich wie beim Akt des Zeichnens wird der Raum zur Oberfläche, auf der Linien und Formen angeordnet werden. Wie beim Akt des Bildhauens entsteht eine Form, die wie Fred Sandback gesagt hat, „eine Gesamtheit darstellt, die nicht reduziert werden kann“.

Das Besondere am Ausstellungsraum berlin-weekly ist, dass er durch eine Fensterfront zur Straßenseite hin abgeschlossen ist. Er ist ein Raum, der zwar Einblicke ermöglicht, aber nicht betreten werden kann. Ähnlich wie ein Schaufenster bietet er die Möglichkeit, zu verweilen oder aber daran vorbeizugehen. Durch die Betrachtung, die im Vorbeigehen und durch Verweilen möglich ist, verändert sich auch die Skulptur „Anschein“. Indem die Betrachtenden ihren Standpunkt verändern, verändert sich auch der Eindruck der gesamten Installation. So liegt der richtige Moment der Aufmerksamkeit im Auge und auch im Körper des Betrachters.

Maik Teriete 

Monika Jarecka

Mittwoch, 01. Februar, 20 Uhr

Ackerstraße 6/7, 2. Quergebäude, 2. Etage

Just
Acrylic on walls 
511 x 507 x 207 cm 
2015
adhoc, Bochum


Malerei ist aufs engste verknüpft mit der Unmöglichkeit einer Wiederholung. Originalität, Handschrift, Prozesshaftigkeit, Subjektivität und zeitliche Verzögerung sind ihr zu eigen. Minimale und möglichst effiziente, zumeist schnelle Eingriffe auf einem Bildträger konstruieren eine verräumlichte Situation.

Die Arbeit an der Malerei entsteht aus einer der Malerei eigenen Prozesshaftigkeit, einem sich-auf-dem-Weg-Befinden und dem Einfluss von Subjektivität. Etwas geschieht allmählich: unmerklich verändert sich die Situation. Die Bilder entstehen durch eine Überlagerung von Farbschichten.

Die Arbeiten setzen sich mit den Parametern der Malerei auseinander: Linie, Raster, Fläche, Oberfläche, die rechteckige Form einer Leinwand sowie Ihre Platzierung im Raum. Sie entstehen auf Leinwänden und als installative Malerei im Raum direkt auf der Wand. 
Ich entwickle Handlungsanweisungen, nach denen ich für die jeweilige Bildserie agiere. Die Anweisungen sind eindeutig formuliert, sie lauten beispielsweise: „Farben anmischen. Farbe herunterrinnen lassen. Der Bildträger darf nicht gedreht werden“. Ich versuche alsdann, diese knappe Vorgabe auszuführen. Es gibt jedoch immer eine Vielzahl von Möglichkeiten, eine an sich eindeutige Handlung auszuführen. Meine Arbeit konzentriert sich auf die Ausführung von jenen Unterschieden. So ist es möglich, mit einer sehr einfachen Absicht, eine komplexe Vielfalt von Ergebnissen und Bedeutungen zu provozieren.

Die Aktionen auf dem Bildträger sind von einer subjektiven und unzureichenden Bewegung der Hand abhängig. Aus mehreren Aufträgen entsteht, nach und nach, eine in sich ruhende Lage von Farbschichten. Mich faszinieren diese Fehler und Ungenauigkeiten, die bei der Konstruktion und Schichtung der einzelnen Ebenen entstehen. Es gilt, auf die allmähliche Veränderung zu reagieren.  
Im Entstehungsprozess bahnt sich Farbe ihren Weg nach unten: die Bilder lassen sich unter der Berücksichtigung der Schwerkraft nur ungenau planen. Ich selbst bin Zuschauer und Akteur zugleich, jemand, der einer langsamen Veränderung auf dem Bildträger beiwohnt, die sich durch das entstandene Ergebnis selbst bezeugt.

Monika Jarecka, 2017 

Homepage Monika Jarecka

Ulrike Mohr

Mittwoch,12.Oktober, 20.00 Uhr 

Ex-Rotaprint,Gottschedstraße 4,13357 Berlin

Treffen um 20 Uhr vor dem Eingang, danach bitte anrufen: 0151 57713203

We will meet at 8 pm at the entrance; If you arrive later, please call: 0049 (0) 151 57713203 


Carbon 0112358 
Spatial drawing made from beech and pine charcoal
Dimensions variable
2016





Ulrike Mohr’s artistic approach utilizes material transformation processes that are influenced not only by complex research and handed-down knowledge, but also by chance occurrences. 

Her position as a sculptor arises from the observation of nature and a process-oriented treatment of context-related materials, which she transfers into poetic installations whose temporal dimensions are intrinsic to the ephemeral substances. Over the past years, the burning of char has become a central modus operandi in her work. This today almost extinct profession of gradually heating wood in the absence of air until it is rendered physically constant is practiced by the artist herself, taking into account the various historical, cultural, environmental and metaphorical implications associated with carbon. 

Mohr refers to her works as “spatial drawings” – drawings made with charcoal, one of the oldest drawing material, but not by applying pigment on paper, but manifest as lines in three-dimensional space. Her rotating charcoal column responds to one of the characteristic architectural features of CoCA Toruń (though one which is most often disguised by the built-in exhibition design), while the new spatial drawing Carbon 0112358 playfully refers to the Fibonacci ratio. While previous installations focused on the natural property of the material, like the traces of growth visible in different kinds of wood that she mostly collects on site, the artist here used industrially cut timber beans to achieve a more minimalist aesthetic.

Eva Scharrer